Kaffeepause im Zoo

In letzter Zeit habe ich viel und intensiv am PC gearbeitet. Abends dann zum Spielen an den Computer zu gehen, war da nicht besonders attraktiv. Aber zum Glück gibt es Brettpiele!

Heute zeige ich euch eine Modifikation einer Solo-Variante. Gleichzeitig bekommt ihr einen kleinen Einblick in das Spiel Arche Nova.

Arche Nova ist eine Art von Zoo-Simulator. Es wirkt ein wenig wie ein Sammelkartenspiel, aber es geht mehr in die Richtung, dass man eine Auslage aufbaut. Das Interessant am Solo-Modus ist, dass man keinen automatischen Mitspieler simulieren muss. Dadurch bekommt das Ganze einen Puzzle-Charakter.

Ziel des Spiels ist es bei 2 bis 4 Personen, die höchste Punktzahl zu erreichen. Das wird getan, indem man im eigenen Zoo Gehege anlegt, diese mit Tieren besetzt, Sonder-Attraktionen ergänzt und Programme zum Naturschutz ausführt. So wird der Zoo attraktiver – das ist der erste Zählmarker – was für den Spieler mehr Einnahmen bedeutet. Der zweite Marker verfolgt die Bemühungen zum Naturschutz. Die Marker beginnen an den beiden gegenüberliegenden Enden der Wertungsleiste. Das Spiel endet, wenn jemand auf beiden Wertungsleisten so weit kommt, dass sich die Zählmarker begegnen. Im Ein-Personen-Spiel gibt es eine Begrenzung der Spielzüge, in der man das erreichen muss. Es gibt also „gewonnen“ oder „verloren“.

Ich habe es noch kein einziges Mal geschafft, im Rahmen der vorgegebenen Züge meine Zählmarker sich treffen zu lassen. Zudem bin ich im Zoo nicht besonders weit gekommen. Es gibt so viele Tiere und Attraktionen, aber ich habe nur an der Oberfläche des Spielbaren gekratzt.

Wie also die Spieldauer verlängern, ohne dass der Spielfluss zäh wird?

Der kleine Unterschied

Arche Nova ist primär auf mehrere Personen ausgelegt. Die Anzahl der Spieler definiert, in welcher Häufigkeit Pausen auftreten. In denen bekommt man Geld und die Kartenauslage wird aufgefrischt. Außerdem blockieren die Mitspieler Aktionen, indem sie Plätze mit Markern besetzen. Wenn die Mitspieler Karten ziehen, sorgt das auch für eine Auffrischung der Kartenauslage.

Ich habe beschlossen, das Kärtchen zum Zählen meiner Züge beiseite zu legen und mir ein neues System zu überlegen.

Dafür habe ich das Spiel wie für zwei Personen aufgebaut.

Ganz oben liegt die Kartenauslage mit den Zählleisten. Dann folgen die Schachteln mit den Gehegen und Spielmarkern. Unten liegt mein Zooplan mit den fünf Aktionskarten, zwei Sonderzielen und weiteren Marker-Würfeln. Rechts habe ich die grünen Naturschutzprojekte und die Tafel mit den Spendenprojekten und Verbandsarbeiten (Kooperation mit Partnerzoos und Universitäten) vorbereitet. Meine Farbe ist Rot. Zusätzlich brauche ich noch einen Satz andersfarbige Würfelchen. Dazu habe ich hier Schwarz verwendet.

Meine neuen Hausregeln

Meine neuen Regeln für den Solo-Modus sehen folgende Veränderungen vor:

  • Beim Startaufbau müssen keine Naturschutzprojekte mit Würfelchen blockiert werden.
  • Auf manchen Karten gibt es Fähigkeiten für das Solospiel. Die beachte ich so wie auch beim ursprünglichen Solo-Modus vorgesehen.
  • Wenn ich Karten aus der Kartenauslage oder vom Stapel nehme, werfe ich danach die vorderste Karte aus der Kartenauslage ab. (Wenn eine Karte auf meiner Hand verbleibt, werfe ich eine Karte ab, wenn zwei Karten auf meiner Hand lande, sind es zwei Karten – und so weiter. Damit wird die Kartenauslage immer wieder aufgefrischt. In dem Fall, dass ich drei Karten ziehe und eine abwerfen muss, zählt das wie zwei gezogene Karten.)
  • Wenn ich eine Spende tätige, setze ich wie üblich einen Würfel meiner Farbe auf das passende Feld. Dann nehme ich einen andersfarbigen Würfel und setze diesen auf das direkt folgende Feld.
  • Der Pausenmarker startet auf dem Feld für 2 Spieler. Immer wenn gefordert wird, den Pausenmarker zu bewegen (übrigens eine knuffige Kaffeetasse auf Holz), bewege ich den Marker um die doppelte Felderzahl. Natürlich bin ich immer diejenige, welche die Pause auslöst. Ich nehme dann gemäß den normalen Regeln den X-Marker, den man als Bonus erhalten darf.
  • Ich lege in der Pause keine Partnerzoos und -Universitäten nach. Ich kann sowieso keine zwei gleichen Partnerzoos oder Unis haben.
  • In der Pause werfe ich aus der Kartenauslage nicht zwei, sondern sogar vier Karten ab.
  • Beim Spielende gibt es auch eine kleine Änderung – gleich dazu mehr.
  • In der Pause füge ich eine zusätzliche Aktion hinzu: Ich zähle die Pausen. Dafür habe ich eine Zählleiste gemalt.

Auf meinem Zettel habe ich Bilder gezeichnet, die mich an die Regeländerungen erinnern.

Ich zähle also meine Pausen mit einem andersfarbigen Zählmarker.

Wertung

Das Spiel endet wie beim Mehrpersonenspiel: Wenn sich meine Zählmarker für Attraktivität des Zoos und Naturschutz begegnen, nehme ich die Endwertung vor.

So sah mein Zoo beim letzten Spiel aus, als das Spiel beendet war:

Ich habe zwei Spenden getätigt – das sieht man an den leeren Feldern links. Mein Zoo ist komplett bebaut, aber ich habe nicht alle Gehege belegt. Ein 3er-Gehege und ein 4er-Gehege sind leer geblieben. Ich habe mit vier Partnerzoos und drei Universitäten Kooperationen gestartet. Und ein kleines bisschen Geld ist noch übrig.

Ich habe viele Tiere ausgespielt, die in Amerika heimisch sind, und ein Pinguinbecken und einen Wasserspielplatz angelegt. Die dritte Sponsorkarte hat mir wenig genutzt.

Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten:

Ich kann sagen: „Ich habe gewonnen“ – oder ich kann mir eine Punktehürde setzen.

Das kann so gehen: Nach der Wertung ziehe ich noch die Anzahl meiner genommenen Pausen von meiner Gsamtpunktzahl ab. Dadurch kann eine negative Punktzahl entstehen. Nur wenn ich nach Spielende durch Naturschutz noch zusätzliche Punkte kassieren kann, erreiche ich eine positive Punktzahl.

Meine Punktzahl beim letzten Spiel betrug Minus 6. Mit zwei nachträglichen Naturschutzpunkten wäre sie positiv gewesen.

Fazit

Ich kann verstehen, warum in den Original-Regeln die Begrenzung der Spielzüge vorgesehen ist. Damit soll es knifflig werden, dass sich die Zählmarker treffen und man eine positive Punktzahl erreicht. Weil mir das Spiel so aber nicht lange genug dauert, bevorzuge ich meine Version, in der ich das Spiel beende wie im Mehrpersonenspiel und mir dann im Nachgang durch das Zählen der Pausen eine Punktehürde schaffe.

Wenn ihr Arche Nova bestitzt und meine Version ausprobieren wollt, dürft ihr gerne die Zählleiste ausdrucken, die hier ohne Verzerrung abgebildet ist. Viel Spaß und Gruß!

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