Mittlerweile ist es Standard, dass hochwertige Brettspiele in der Schachtel Kunststoffbeutel enthalten. Die Idee dabei ist, die Spielkomponenten gleich sortieren zu können. Gerade sogenannte Euro-Spiele – also Brettspiele, die viele bunte Teile haben und oft ein großes Spielbrett und komplexe Regeln – würden sonst in einem verheerenden Chaos enden. Durch die Beutel wird der Aufbau erleichtert und es geht nichts verloren. Aber mal ganz ehrlich: Es sieht schon ein bisschen billig aus und wenn man die Beutel häufig öffnet und schließt, zerbricht bald der Verschluss.
Es gibt aber Alternativen.
Der Klassiker
Das Einfachste ist, die Kunststoffbeutel durch Stoffbeutel zu ersetzen. Die bekommt ihr günstig im Künstlerbedarf.

Der Nachteil: Niemand sieht, was drin ist. Manchmal ist das erwünscht, zum Beispiel, wenn man den Beutel zum Sammeln von Punkten verwendet. Meistens bewahren wir darin aber die Kleinteile in den Spielerfarben auf. Dafür gibt es dann farbige Beutel.
Besonders schick sind Beutel aus Organza-Stoff. Das ist eine Kunststoff-Faser, die extra locker gewebt ist, sodass man durchschauen kann. Weiße Beutel funktionieren genauso gut wie schwarze.



Sie sind etwas empfindlicher als die Beutel aus Leinen oder Baumwolle und es kommt vor, dass sie an der Naht zerfasern. Solche Beutel sind nicht einfach mit der Maschine zu nähen. Aber hübsch sind sie schon!
Beutel sind eine gute Lösung für Teile, die bei Spielbeginn sofort aufgebaut oder unter den Spielenden verteilt werden.
Ressourcen
Viele Spiele enthalten Ressourcen, wie zum Beispiel Baustoffe, Währungen oder Punkte-Marker. Die sollten schnell erreichbar sein und ihr spart eine Menge Zeit, wenn ihr sie nicht erst auseinandersortieren müsst. Sehr einfach geht das mit Dosen.



Die Dosen gibt es auch im Künstlerbedarf. Manche haben einen Stülpdeckel, andere einen Schraubverschluss. Bei Stülpdeckeln ist es wichtig, dass entweder der Deckel fest sitzt oder das Döschen zwischen anderen Spielteilen eingekeilt aufbewahrt wird – sonst öffnet es sich beim Aufstellen oder Umdrehen der Schachtel und alles purzelt doch wieder durcheinander.

Die Schachtel ist eine Variante der Dose. Stülpschachteln sind günstig zu kaufen und noch günstiger zu basteln. Es gibt zum Beispiel unbemalte Streichholzdosen im Einzelhandel. Eine „Schatztruhe“ lässt Punkte-Münzen gleich edler aussehen. Auch hier gilt, dass der Behälter nicht versehentlich in der Schachtel aufgehen sollte. In den Bildern seht ihr, dass die Streichholzschachteln gut mit dem Buntstift verziert werden können. Hier habe ich eine bemalt, sodass sie wie eine Holzkiste aussieht. Auch Beschriftungen sind ein Klacks. Achtet darauf, dass die Stifte wasserfest (also „schweißfest“) sind.




Fächer
Um Platz zu sparen, können die Schachteln und Dosen innen zusätzlich geteilt werden. Wer es günstig will, greift im Baumarkt zu Sortierkästen. Achtet dabei auf die Qualität des Verschlusses und des Scharniers. Biegbare Plastikteile halten nicht lange und brechen bald durch, da ist das Kaputtgehen gewissermaßen schon mit eingebaut.
Wenn sich der Deckel durchbiegt, können die Kleinteile von einem Fach ins andere fallen. Je dicker die Marker sind, desto eher eignet sich so ein Kasten, er ist also am besten nutzbar für Holzteile und Figuren.
Für ganz dünne Spielteile greift besser zu Metalldosen. Die könnt ihr innen unterteilen, indem ihr ein Stück Tonpapier dreimal knickt und dann in die Dose einsetzt.


Spielkarten
Spielkarten können oft einfach aufbewahrt werden, indem man sie als Block in der Schachtel aufstellt und die anderen Spielteile um ihn herum legt, um den Block einzuklemmen (wenn die Höhe der Schachtel das hergibt).
Es gibt auch Stülpschachteln für Karten. Die könnt ihr kaufen oder selbst basteln.
Wer es sich einfach machen will, klebt fix eine Banderole aus gefaltetem Papier oder aus Tonkarton zusammen.

Die könnt ihr beschriften; so wisst ihr auch beim Aufräumen wieder, was wohin gehört. Macht die Banderole nicht zu eng, sonst zerreißt sie bei der Benutzung oder es entsteht ein Schaden an den Karten.
Böse Lösung
Nicht empfehlen kann ich Gummibänder. Sie können auf eure Karten abfärben, Kerben in sie hineindrücken und nach kurzer Zeit zerreißen sie, weil sie verspröden. Das gibt eine Sauerei, die ihr sicher nicht wollt.

Das sind ein paar einfache Möglichkeiten, eure Spielmaterialien in Ordnung zu halten. Es geht natürlich noch kreativer. Die Schachteln können noch mehr Fächer haben und dann gibt es Mappen, Körbe und so weiter.
Mehr dazu im nächsten Beitrag: „Eskalation“!
Seid ihr interessiert an einfachen Bastelvorlagen für die Schachteln? Wenn ja, oder wenn ihr selbst Ideen für die Aufbewahrung solcher Kleinteile habt, könnt ihr sie in den Kommentaren teilen.
Gruß!


Schreibe einen Kommentar