Wie im vorigen Beitrag angekündigt, zeige ich euch heute, was ich an komplexeren Sortiermöglichkeiten für Brettspielteile nutze.
Marktauslage
Für das Spiel „Die Quacksalber von Quedlinburg“ habe ich einen Sortierkasten gebastelt. Er besteht aus Graupappe – ähnlich der Sorte, die hinten Schreibblöcke stabilisiert. Wichtig ist hierbei, dass man vor dem Knicken die Knickkanten mit dem Scherenrücken anritzt.

Seitliche Beschriftungen zeigen den Spielern schnell an, wo sie welche Trankzutat finden.
Für das Zusammenfügen der Fächer Tackernadeln zu verwenden, war eine doofe Idee. Ich hätte sie auch gleich kleben können. Wenn die Tackernadeln nicht nachträglich mit einer Flachzange plattgedrückt und/oder mit Klebeband überklebt werden, zerkratzen sie die Spielteile. Das waren am Ende mehr Arbeitsschritte als beabsichtigt.
„Everdell“ – eine Steilvorlage für stimmungsvolle Basteleien
Knuffige Waldtiere unter einem lauschigen Baum, warme Farben und viele Spielteile – perfekt geeignet, um liebevoll kleine Behälter zu gestalten. Es gibt einige Ideen für „Verbesserungen“ dieses Spiels im Internet. Hier zeige ich euch zwei eigene.

Das hier ist das hölzerne Endstück einer Vorhangstange. Mit Acrylfarbe bemalt sieht es aus wie ein Kessel oder ein Fass. Eine Banderole aus Pappe verschließt den Behälter. Ich bewahre darin die „Steine“ auf.
Noch schicker sind kleine Körbe. Dieser hier ist aus 1 mm dickem Peddigrohr geflochten. Gut geeignet für einen Vorrat an „Harz“.

Gehen wir noch weiter! Wenn man den Korb chaotisch zusammenflechtet, wird es ein Vogelnest. Damit können die Eier aus „Flügelschlag“ während des Spiels thematisch passend präsentiert werden. Aufbewahrt werden die Eier in einem Stoffbeutel.


Für das Spiel „Agricola“ habe ich eine besondere Schachtel angefertigt. Ich habe nämlich in die Schachtel zehn kleinere Schächtelchen gesetzt. Ein Deckel hält alles verschlossen.

Oh. Moment mal.


Hoppla! Äh, ja. Ich werde dieses Spiel wohl in Zukunft lieber liegend lagern und nicht hochkant. Weil die inneren Schachteln keinen eigenen Deckel haben, ist alles gründlich durcheinandergeraten.

Na, so sieht das schon besser aus.
Die Platzsparer

Für das Spiel „Arler Erde“ habe ich aus Finnpappe stramm sitzende Kästen geklebt. Als Kleber ist Holzleim gut geeignet. Die einzelnen Teile habe ich mit Teppichmesser und Stahllineal zugeschnitten. Diese Sorte von Schachtel ermöglicht einen besonders schnellen Spielaufbau. Sie passen außerdem gut in die große Schachtel, in welcher der Platz knapp bemessen ist, wenn man die Erweiterung beim Hauptspiel mit aufbewahrt.

Noch mehr Schachteln. Diese ist ein Rohling für die CD-Aufbewahrung. Ich habe sie im Künstlerbedarf gekauft. Die eingeklebten Finnpappe-Stücke teilen den Behälter in fünf Fächer.
Mappen

Diese Mappe ist für die Start-Karten des Spiels „E-Mission“ (Englisch: Daybreak). Jeder Spieler übernimmt in E-Mission eine Weltmacht. Die einzelnen Laschen trennen die Startkartensätze voneinander. So ist alles schnell zur Hand. Die kleine Tabelle auf der Innenseite der Mappe zeigt einen Auszug aus der Anleitung zum Spielaufbau.
„Undergrove“ – Cleveres Design schließt den Spielaufbau mit ein

Das Spiel „Undergrove“ hat für die Zielkarten einen Umschlag gleich dabei. Und die Schachteln für die Spielerfarben –

– die gibt es auch schon.

Ebenso für die anderen Marker und die Ressourcen.
Die Designer von „Undergrove“ haben sich Gedanken gemacht und gleich die passenden Schachteln und Umschläge beigelegt. Alles ist aus Papier und Pappe. Zumindest „muss“ ich sie noch selbst zusammenstecken. Es ist sehr befriedigend, wie sauber alles in die Schachtel passt. Sie ist nicht einmal besonders groß für ein Spiel ab 14 Jahren. Leider gibt es bisher keine deutsche Auflage. Ich bin nicht sicher, ob der AEG-Verlag seine Spiele überhaupt ins Deutsche übersetzt.
Einsätze ab Werk
Generell finde ich es gut, wenn die Hersteller eines Spiels gute Sortiermöglichkeiten beilegen.
Was früher ein simpler Einsatz aus Pappe war, wurde irgendwann von tiefgezogenen Plastikeinsätzen abgelöst. Manchmal war das Plastik so dünn, dass es irgendwann einfach zerrissen ist. Die Plastikeinsätze werden mittlerweile weggespart oder – der Umwelt zuliebe – wieder durch Pappeinsätze ersetzt.

Was erst Einwegbeutel waren, wurden Zip-Beutel. Ganz langsam geht es jetzt los mit Umschlägen, Papiertüten und Banderolen um die Stanzbögen. Beim Auspacken entsteht doch immer wieder Müll und wenn man den recyceln kann, dann freut mich das.
Nicht so toll finde ich es, wenn die Schachteln statt der Schweißfolie mit Aufklebern zusammengehalten werden, die den Deckel beim Entfernen zerreißen. Der Klebstoff sollte nicht zu aggressiv sein, wenn man so etwas herstellt. Gerade Sammler möchten eine schöne, unzerrissene Packung besitzen.
Gekaufte Einsätze
Es gibt mehrere Hersteller, die als Haupt-Geschäftskonzept Schachteleinsätze verkaufen. Die können aus Holz oder Schaumstoff sein, oft auch 3D-gedruckt. Aber das lassen sie sich ganz gut bezahlen. Es kommt vor, dass der Einsatz genauso viel kostet wie das Spiel – oder sogar mehr. Da überlege ich es mir schon zweimal, ob ich das nicht auch günstiger selbst herstellen kann.
Ich habe bislang nur ein einziges Teil dieser Art bestellt: Eine kleine Sortierhilfe für Technologie-Marker des Spiels „SETI – auf der Suche nach außerirdischem Leben“. Die Marker beim Spielaufbau lose aufeinanderzustapeln war wirklich nervig und die Sortierhilfe passt mit ihrer kantigen Form perfekt zum Spiel.
Es gibt hier viele Wege zum Ziel. Ich habe mittlerweile so viel an meinen Spielen herumgedoktert, dass ich gewisse Favoriten habe, was Sortierhilfen angeht.
- Am liebsten habe ich clevere, mitgelieferte Einsätze. Die sind selten anzutreffen. Es ist eine Kostenfrage für die Produktion. Deshalb findet man diese eher im höherpreisigen Bereich, bei schweren (damit meine ich sowohl das Gewicht als auch den Schwierigkeitsgrad) Euro-Spielen, Sammler-Editionen und dergleichen. Oft wurde eine Komponente nicht berücksichtigt – oder die Tatsache, dass die Stanzbögen nachher im Müll landen und damit oben in der Schachtel eine Lücke entsteht. Umso schöner ist es, wenn die Designer mitgedacht haben und wirklich alles zusammenpasst.
- Sortierkästen sorgen für einen schnellen Spielaufbau und das Aufräumen wird auch einfacher. Sie sind günstig zu bekommen und relativ einfach zu basteln.
- Stoffbeutel und organisches Material wie das geflochtene Nest sorgen bei der Optik für ein rundes Bild. Schwierig kann es sein, für besondere Formen einen Deckel oder innere Unterteilungen anzufertigen.

Wie verpackt ihr eure Spielteile? Benutzt ihr die mitgelieferten Beutel oder verwendet ihr eigene Lösungen? Ist es euch egal und ihr sortiert bei jedem Spiel neu? Habt ihr schon einmal Schachteleinsätze gekauft? Schreibt gerne etwas dazu in die Kommentare.
Gruß!

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